Basketball: Regionalligaherren des 1. FC Kaiserslautern ringen Tigers Tübingen 101:98 nieder

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich am Samstag bei den im Kalenderjahr 2017 noch ungeschlagenen Young Tigers Tübingen mit 101:98 (57:41) durchgesetzt und damit den ersehnten den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz in der Ersten Regionalliga Südwest geschafft.

Die Roten Teufel begannen furios und lagen phasenweise mit 24 Punkten in Front. Als Tübingen zwei Minuten vor Schluss auf 89:91 (38.) verkürzte, drohte das Spiel zu kippen. Trotz Nervenflatterns an der Freiwurflinie machte die Mannschaft von Theo Tarver den Sack in der Schlussphase zu.Der Sieg gegen die formstarken Schwaben war umso bemerkenswerter, da mit Kevin Croom, Christopher Bolton und Yannick Schulze gleich drei Spieler nicht zur Verfügung standen. Dafür rückte Genc Sefaja nach überstandener Leidenszeit erstmals seit geraumer Zeit wieder in die Startaufstellung. Der 1,96-Meter große Flügelspieler steuerte elf Punkte und fünf Rebounds bei und machte seine Sache mehr als ordentlich.

„Es ist ein schon häufig erlebtes Phänomen, dass Teams in solchen Situationen noch enger zusammenrücken und Topleistungen abrufen“, analysierte Lauterns Sportlicher Leiter Jan Christmann, dessen Team nach dem Seitenwechsel auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Routinier Thomas Erb verkraften musste. „Dadurch haben wir in der Defensive unsere Stabilität verloren. Wenn Tübingen es geschafft hätte, in Führung zu gehen, wäre das Spiel wohl gekippt“, war Christmann froh, dass die Rot-Weißen die Aufholjagd der Tübinger erfolgreich abwehrten. Die Gäste taten das, was sie schon beim jüngsten Heimsieg gegen Fellbach auszeichnete. Sie legten von Anfang an ein hohes Tempo an den Tag, suchten schnell den Abschluss und trafen hochprozentig (30:21/10.).

Der erste Durchgang ging klar an die Westpfälzer, die in Waldemar Nap einmal mehr ihren besten Schützen hatten. Der sprunggewaltige 2,01-Meter-Mann war mit 27 Punkten und 13 Rebounds der effektivste Spieler auf dem Feld und präsentierte sich in Topform. Auch Kevin Luyeye trumpfte gegen den Kooperationspartner des Tübinger Erstligisten groß auf und lieferte sein bislang vielleicht bestes Spiel im FCK-Trikot ab.

Am Ende standen 22 Punkte für den flexibel einsetzbaren Allrounder zu Buche, der sich bei zehn Versuchen nur einen einzigen Fehlwurf erlaubte. Mit 18 Punkten und acht Korbvorlagen konnte sich auch der Arbeitsnachweis von Spielmacher Japhet McNeil durchaus sehen lassen, wenngleich zehn Ballverluste deutlich zu viel für einen Mann seiner Klasse waren.

Die Roten Teufel bauten ihren Vorsprung kurz vor dem Seitenwechsel auf 54:32 (17.) aus und schienen bis zum Stand von 74:50 (27.) einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern. Beflügelt durch ihre beiden Topscorer Rouven Hänig (20) und Aksels Skaistlauks (18) machten sich die bis dahin seit vier Spielen ungeschlagenen Schwaben an die Aufholjagd und setzten alles auf eine Karte. Durch einen viertelübergreifenden 17:1-Lauf zum 67:75 (31.) waren die Tigers innerhalb von vier Minuten wieder in Schlagdistanz und hatten jetzt endgültig Lunte gerochen.

Als Hänig zum 82:82 traf, drohte das Spiel endgültig zu kippen. Ein wichtiger Dreier von Luyeye sowie zwei erfolgreiche Freiwürfe von Nap geboten den Gastgebern zunächst Einhalt (89:84/37.). Als Tübingens Pirmin Unger 31 Sekunden vor Schluss per Distanzwurf auf 95:97 verkürzte, herrschte aber wieder Alarmstufe Rot bei den Westpfälzern, die den zweiten Auswärtssieg des Jahres in der Schlussphase mit vier von acht verwandelten Freiwürfen nach Hause zitterten.

Ein Dreier der Tigers zum möglichen Ausgleich verfehlte zwei Sekunden vor dem Ende sein Ziel. kkm

So spielten sie

1. FC Kaiserslautern: Nap (27), Luyeye (22), McNeil (18), Hosszu, Sefaja (je 11), Erb (10), Herzog (2), Wallney.


Quelle:
Ausgabe: Die Rheinpfalz - Pfälzische Volkszeitung - Nr. 32
Datum: Dienstag, den 7. Februar 2017
Seite: 20